wallpaper de luxe!

© 2018 DE GOURNAY

Wäre ich ein Teenie, würde ich jetzt kreischen. Ich weiß nicht, warum es soooo lange dauerte, bis ich de Gournay entdeckte, denn es passt zu 100%ig zu allem, was ich mag. Ewig suchte ich für’s Schalfzimmer die Tapete mit den Zweigen, die von der Decke nach unten fallen und nicht andersherum. Hier habe ich jetzt alles, aber auch alles, gefunden. Um euch einen kleinen Eindruck zu verschaffen, ein paar meiner Lieblingsmotive. Trotzdem: Schaut euch unbedingt selbst auf der Seite um!

Foto: Mariam Medvedeva © 2018 DE GOURNAY

Es geht aber auch schlichter:

© 2018 DE GOURNAY

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Dschungelabenteuer auf Tapete! Endlich!

Foto: komar.de

Oh, ich freue mich schon. Heute kam die XXL Vlies-Tapete (368×248 cm) „into the wild“ von Komar bei mir an. Sie wird in Zukunft die Schlafzimmer-Wand gegenüber des Doppelbettes zieren.

Wenn ich das hier allerdings sehe, bin ich kurz davor, sie doch für das Wohnzimmer Makeover aufzusparen. Na, mal sehen, ich stelle euch das Ergebnis auf alle Fälle vor!

Tapetenshow: Heimtextil 2011.

Ganz schön viel Wallpaper, Wandtattoos, Stoff, Deko, Handtücher und Fensterrollos. So etwas bekommt man nämlich in 8 Hallen des Frankfurter Messegeländes auf der größten Branchenmesse HEIMTEXTIL zu sehen. Heute geht sie zu Ende. Das Tapetenkaufhaus war da und hat sich ein bisschen umgeschaut:

Ihr müsst wissen, hier treffen sich die Händler und halten nach neuen Trends und Produkten Ausschau. Und nicht nur das, sie kaufen sie auch gleich ein! Das, was bei euch im nächsten Jahr an der Wand hängt, wird hier dingfest gemacht. Die Messesprache ist Englisch, aber man hört auch viel Chinesisch, Polnisch, Russisch, Bengali und Hindi.

 

Mich haben jetzt nicht viele Präsentationen erstaunt. Bei den alteingesessenen Herstellern (Rasch, Erfurt, Marburg, A.S.Creation …) gab es einige Highlights, aber auch viel für den Massengeschmack. Am interessantesten fand ich solche Entwürfe wie die von curiousboy.net (Foto Mitte). Mal abgesehen davon, dass die psychedelic art nicht jedermanns Sache ist, greifen sie das Thema Wand auch in Möbeln bzw. Accessoires wieder auf. Einen ähnlichen Trend findet man auch bei P.I.P. Studio, die mit Eijffinger eine Tapete produzieren, deren Motive man auch auf Porzellan wiederfindet und die damit sehr erfolgreich sind.

Eine Halle höher sah das schon anders aus. Hier stellten die Designer ihre Entwürfe aus, und unter uns: hier gefiel mir jede zweite Präsentation. Hier geht es darum, dass aus einem Musterentwurf eventuell ein neuer Stoff oder eine neue Tapete wird. Man hat hier wirklich  abgefahrene Sachen zu sehen bekommen: ein Entwurf war beispielsweise aus Plastikstreifen gewebtes flaches Gewebe, das bestickt und mit einem Lurexmuster bedruckt war. Leider durfte ich es nicht fotografieren, weil Verstöße gegen den Kopierschutz in dieser Branche ein heißes Thema sind.

Eine junge Künstlerin aus Berlin von den musterwerken.de verriet mir, was so etwas kostet. Für 700 Euro gibt es bei ihr für einen ihrer Entwürfe die Lizenz +Datei und man kann damit machen, was man will: Stoff, Geschenkpapier, Servietten, Tapete, Wandtattoos.

 

 

 

 

 

 

In der Stoffabteilung konnte ich zum Glück einige Bilder machen. Zum Beispiel von diesem Stoffteller hier. Es könnte sein, dass ihr es demnächst auf Bonbonwasser in anderer Form und Gestalt wiederfindet.

Das Tapetenbild

In Hamburg gibt es den Tapeten-Showroom vom Tapeteninstitut, der heißt Tapetenwechsel und liegt am Ballindamm. Die Verantwortlichen dort organisieren hin und wieder kleine Workshops (am Abend von 18 bis 21 Uhr), auf denen Themen wie „Kreatives mit Tapeten“ oder „Farbkonzepte für die eigene Wohnung“ beackert werden. (Die genauen Termine erfahrt ihr auf der Webseite.)

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Wie verändern Tapeten den Raum?

Auch wenn in den letzten 100 Jahren viel passiert ist, unser Raumgefühl wird immer noch von archaischen Naturerlebnissen unserer unmittelbaren Vorfahren geprägt:
Ein lichtdurchfluteter Raum macht uns unter Umständen unsicher, gibt uns aber auch das Gefühl von Freiheit. Ein dunkler, enger Raum dagegen beengt uns, beschützt aber auch und behütet.

Auch der Umstand, dass wir immer zuerst auf den Boden gucken, sobald wir einen Raum das erste Mal betreten, ist ein archaischer. Wir versichern uns erst einmal, dass der Boden, den wir betreten stabil ist und uns aushält. Danach geht der Blick an die Wand, ganz zuletzt an die Decke.

Auf diese natürliche Abfolge: Boden-Wand-Decke kann man selbstverständlich Einfluss nehmen. In meinem Flur lenkt beispielsweise eine (s. l.) tapezierte Wand nicht nur vom Fußboden, sondern auch von dem Garderobenchaos gegenüber ab.

Wie verändern Tapeten den Raum?
(Ich mag zwar weiße Holzfußböden, aber allgemein gilt:)
1. Dunkle Fußböden geben uns ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität.
2. Helle Wände machen den Raum groß und weit.
3. Dunkler Boden + dunkle Wände + helle Decke machen den Raum optisch höher.
4. Eine dunkle Decke macht den Raum optisch niedriger.
5. Findet man den Deckenton noch in anderen gestalterischen Elementen (Möbeln, Tapeten) wieder, wirkt die Decke nicht so einzelgängerisch.
6. Große, dunkle Muster verkleinern die Wandfläche.
7. Kleine, helle Muster weiten den Raum.
8. Eine dunkle Wand im Raum setzt Akzente und verkürzt den Raum, da die Wand zur Mitte drängt.
9. Längsstreifen verengen und lassen den Raum optisch höher erscheinen.
10. Querstreifen machen den Raum breiter und niedriger. ABER: Querstreifen im unteren Drittel der Wand geben dem Raum Ruhe und Weite.

(Alle hier aufgeführten Kenntnisse entstammen eigenen Erfahren oder sind dem Buch: Das 1×1 der Tapete von Dipl. Farbdesigner Wolfgang Raith entnommen.)

Die Farbe einer Tapete

Die Farbe einer Tapete entscheidet über so vieles! So kann eine gelbe Tapete Assoziationen an die Sonne, das Licht, etwas Göttliches oder göttliche Energie erzeugen. Sie kann den Raum weiten, erstrahlen, aktivieren und optisch öffnen. Auf unsere Psyche wiederum wirkt ein Sonnengelb bewegt, leichtsinnig, optimistisch, heiter und befreiend. Selbst Nordräume wirken durch einen hellgelben Anstrich heiter und einladend. Also: gelb ist eine äußerst empfehlenswerte Farbe für eine Tapete.

Hinweis: Farbe ist der stärkste Stimmungsmacher in der Raumgestaltung, noch  mehr als Ornamente bzw. Muster.

Doch wollen wir uns weitere Töne anschauen, die in der Tapetenproduktion häufig eine Rolle spielen: Continue Reading

Welche Musterformen gibt es?

Das Schlafzimmer sollte unaufgeregt sein, das Wohnzimmer ebenfalls, aber irgendwie auch natürlich und gemütlich. Die Küche dagegen kann schon eher energetisch wirken, natürlich positiv! Wie bekommt man das hin?

Wenn wir verstehen, wie Muster Räume verändern können, wissen wir auch, welche Tapete für welchen Raum geeignet ist, vorausgesetzt: wir wissen, was wir wollen!

Muster können ganz unterschiedlich angeordnet sein: z. B. abstrakt & frei ungeordnet, wie die Tapete oben in dem Header oder aber figurativ geordnet (wie die meisten Frau Tulpe Stoffe). Es gibt auch Motivtapeten, auf der die Motive ganz locker angeordnet sind und nicht zuletzt gibt es Muster, die sich an natürlichen Strukturen anlehen, zum Beispiel an Steinwänden, Mauerwerk, Putz, Parkettierungen …

Der Dipl. Farbdesigner Wolfgang Raith, von dem hier noch öfter die Rede sein wird, hat die verschiedenen Tapetenmuster so strukturiert:

Abstakt (formalistisch): geordnet, dynamisch, frei-ungeordnet
Motiv (figurativ): geordnet, dynamisch, frei-ungeordnet
Struktur (natürlich): geordnet, dynamisch, frei-ungeordnet

Das Muster der Tapete entscheidet also über den Charakter und die Ausdrucksweise der Tapete: „Stark geometrisch geordnete Ornamente wirken beispielsweise stabilisierend.
Bewegte Motive sind auffordernd und lebhaft im Raum.
Ungeordnete, zufällig gestreute Strukturen hingegen schaffen eine natürliche Atmosphäre.“ (W. Raith: Das 1×1 der Tapete, A.S. Creation Tapetenstiftung)