Wie verändern Tapeten den Raum?

Auch wenn in den letzten 100 Jahren viel passiert ist, unser Raumgefühl wird immer noch von archaischen Naturerlebnissen unserer unmittelbaren Vorfahren geprägt:
Ein lichtdurchfluteter Raum macht uns unter Umständen unsicher, gibt uns aber auch das Gefühl von Freiheit. Ein dunkler, enger Raum dagegen beengt uns, beschützt aber auch und behütet.

Auch der Umstand, dass wir immer zuerst auf den Boden gucken, sobald wir einen Raum das erste Mal betreten, ist ein archaischer. Wir versichern uns erst einmal, dass der Boden, den wir betreten stabil ist und uns aushält. Danach geht der Blick an die Wand, ganz zuletzt an die Decke.

Auf diese natürliche Abfolge: Boden-Wand-Decke kann man selbstverständlich Einfluss nehmen. In meinem Flur lenkt beispielsweise eine (s. l.) tapezierte Wand nicht nur vom Fußboden, sondern auch von dem Garderobenchaos gegenüber ab.

Wie verändern Tapeten den Raum?
(Ich mag zwar weiße Holzfußböden, aber allgemein gilt:)
1. Dunkle Fußböden geben uns ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität.
2. Helle Wände machen den Raum groß und weit.
3. Dunkler Boden + dunkle Wände + helle Decke machen den Raum optisch höher.
4. Eine dunkle Decke macht den Raum optisch niedriger.
5. Findet man den Deckenton noch in anderen gestalterischen Elementen (Möbeln, Tapeten) wieder, wirkt die Decke nicht so einzelgängerisch.
6. Große, dunkle Muster verkleinern die Wandfläche.
7. Kleine, helle Muster weiten den Raum.
8. Eine dunkle Wand im Raum setzt Akzente und verkürzt den Raum, da die Wand zur Mitte drängt.
9. Längsstreifen verengen und lassen den Raum optisch höher erscheinen.
10. Querstreifen machen den Raum breiter und niedriger. ABER: Querstreifen im unteren Drittel der Wand geben dem Raum Ruhe und Weite.

(Alle hier aufgeführten Kenntnisse entstammen eigenen Erfahren oder sind dem Buch: Das 1×1 der Tapete von Dipl. Farbdesigner Wolfgang Raith entnommen.)