Tapetenmalerei

Auf Burg Schlitz kann man Tapetenmalerei im sogenannten Schinkelsaal begutachten. Gemeint ist das Malen von Motiven (hauptsächlich Blumen, Ranken oder Tiere) auf  mit Leinen beschichtetem Papier, und zwar per Hand.
Und damit sind wir schon beim Thema: Wer um Gottes Willen lässt seine Tapeten bemalen? Die gibt’s doch zu kaufen, im Geschäft. Ganz so einfach ist die Sache nicht. Zum einen melden natürlich alle historischen Gebäude Bedarf an, wie zum Beispiel Schlösser, Herrenhäuser oder Museen. Hier dürfte die Arbeit größtenteils von Restauratoren übernommen werden und es geht mehr darum auszubessern und zu erhalten als neu zu machen.

Andererseits gibt es aber auch einen „ganz normalen“ Kundenstamm (zugegeben solvent und sehr sehr klein), der sich Tapeten mit eigener Bemalung herstellen lässt. Tapeten nach Wunsch und alter Technik bekommt man allerdings nicht an jeder Ecke. In Hamburg gibt’s eigentlich nur eine Ecke und die liegt mitten in Eimsbüttel und beherbergt die Kunstmalerei Horus. Neben der Wand- und Möbelmalerei gilt die Tapetenmalerei auch bei dem Familienunternehmen als absoluter Exot. Kaum jemand bestellt so etwas, aber hin und wieder eben doch. Das Papier für die Tapeten wird in der eigenen Werkstatt mit Leinen beschichtet und dann mit Acrylfarben in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber bemalt.
Übrigens ist der Beruf des Tapetenmalers natürlich kein „richtiger“ Beruf. Ausgeführt wird die Tapetenmalerei meistens von Bühnen-, Plakat- und MöbelmalerInnen.
Die Handarbeit hat seinen Preis und der liegt bei ca. 1000 Euro pro Bahn (bei einer Breite von 100 cm).

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Muster dir was!

Auf der Seite von V&A (Victoria and Albert Museum) könnt ihr eure eigenen textilen Muster entwerfen. Das macht viel Spaß und führt zu überraschenden Ergebnissen.
Außerdem kann man ganz einfach sehen, wie sich die Wirkung des Musters verändert, wenn man es groß- bzw. kleinformatig anlegt. Toll! Solltet ihr unbedingt ausprobieren. Und zwar HIER.

(Diese Seite wurde exklusiv für Tapetenkaufhaus von der Grafikerin Irene Velthuis empfohlen.)

Hinweis: Eigentlich kann man sich das entworfene Muster zumailen lassen. Wie ich feststellen musste, funktioniert das nicht. Also: entweder ausdrucken oder fotografieren!

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Wie verändern Tapeten den Raum?

Auch wenn in den letzten 100 Jahren viel passiert ist, unser Raumgefühl wird immer noch von archaischen Naturerlebnissen unserer unmittelbaren Vorfahren geprägt:
Ein lichtdurchfluteter Raum macht uns unter Umständen unsicher, gibt uns aber auch das Gefühl von Freiheit. Ein dunkler, enger Raum dagegen beengt uns, beschützt aber auch und behütet.

Auch der Umstand, dass wir immer zuerst auf den Boden gucken, sobald wir einen Raum das erste Mal betreten, ist ein archaischer. Wir versichern uns erst einmal, dass der Boden, den wir betreten stabil ist und uns aushält. Danach geht der Blick an die Wand, ganz zuletzt an die Decke.
Auf diese natürliche Abfolge: Boden-Wand-Decke kann man selbstverständlich Einfluss nehmen. In meinem Flur lenkt beispielsweise eine (s. l.) tapezierte Wand nicht nur vom Fußboden, sondern auch von dem Garderobenchaos gegenüber ab.

Wie verändern Tapeten den Raum?
(Ich mag zwar weiße Holzfußböden, aber allgemein gilt:)
1. Dunkle Fußböden geben uns ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität.
2. Helle Wände machen den Raum groß und weit.
3. Dunkler Boden + dunkle Wände + helle Decke machen den Raum optisch höher.
4. Eine dunkle Decke macht den Raum optisch niedriger.
5. Findet man den Deckenton noch in anderen gestalterischen Elementen (Möbeln, Tapeten) wieder, wirkt die Decke nicht so einzelgängerisch.
6. Große, dunkle Muster verkleinern die Wandfläche.
7. Kleine, helle Muster weiten den Raum.
8. Eine dunkle Wand im Raum setzt Akzente und verkürzt den Raum, da die Wand zur Mitte drängt.
9. Längsstreifen verengen und lassen den Raum optisch höher erscheinen.
10. Querstreifen machen den Raum breiter und niedriger. ABER: Querstreifen im unteren Drittel der Wand geben dem Raum Ruhe und Weite.

(Alle hier aufgeführten Kenntnisse entstammen eigenen Erfahren oder sind dem Buch: Das 1×1 der Tapete von Dipl. Farbdesigner Wolfgang Raith entnommen.)

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Farbkonzepte für den Raum

Wenn wir einen Raum tatsächlich GESTALTEN wollen, müssen wir uns nicht nur über die neuen Möbel Gedanken machen, sondern zuallererst über die Farben, die diesen Raum schmücken sollen. Denn nach ihnen richtet sich alles: die Farbe der Wand, des Sofas, des Teppichs, des Regals …

Die meisten Menschen wünschen sich ein gemütliches Zuhause, das Harmonie ausstrahlt. Manche Menschen möchten, dass ihr Heim fröhlich, jung und positiv wirkt. All das bekommt man hin, wenn man einige Regeln der Farbgestaltung beachtet.
Übrigens: man muss nicht unbedingt für alle Räume das gleiche Konzept anwenden. Die Küche kann ruhig etwas knalliger ausfallen, während das Wohnzimmer eher warm und ruhig wirken soll.

Die Ton-in-Ton-Gestaltung
Am einfachsten und ein absolutes Anfängermodell ist die Ton-in-Ton-Gestaltung. Hier wählt man einen Buntton und ergänzt diesen mit allen Farben aus dem Farbspektrum dieses Bunttones (durch Aufhellen bzw. Verdunkeln mit Weiß und Schwarz). Im echten Leben würde das also so aussehen:  Weiterlesen

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Tapete Memories aus dem Hause PIP Studios

Diese Tapete ist ja wohl der Knaller. Gefunden im Shop von htx24.de.

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Die Farbe einer Tapete

Die Farbe einer Tapete entscheidet über so vieles! So kann eine gelbe Tapete Assoziationen an die Sonne, das Licht, etwas Göttliches oder göttliche Energie erzeugen. Sie kann den Raum weiten, erstrahlen, aktivieren und optisch öffnen. Auf unsere Psyche wiederum wirkt ein Sonnengelb bewegt, leichtsinnig, optimistisch, heiter und befreiend. Selbst Nordräume wirken durch einen hellgelben Anstrich heiter und einladend. Also: gelb ist eine äußerst empfehlenswerte Farbe für eine Tapete.

Hinweis: Farbe ist der stärkste Stimmungsmacher in der Raumgestaltung, noch  mehr als Ornamente bzw. Muster.

Doch wollen wir uns weitere Töne anschauen, die in der Tapetenproduktion häufig eine Rolle spielen: Weiterlesen

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Welche Musterformen gibt es ?

Das Schlafzimmer sollte unaufgeregt sein, das Wohnzimmer ebenfalls, aber irgendwie auch natürlich und gemütlich. Die Küche dagegen kann schon eher energetisch wirken, natürlich positiv! Wie bekommt man das hin?

Wenn wir verstehen, wie Muster Räume verändern können, wissen wir auch, welche Tapete für welchen Raum geeignet ist, vorausgesetzt: wir wissen, was wir wollen!

Muster können ganz unterschiedlich angeordnet sein: z. B. abstrakt & frei ungeordnet, wie die Tapete oben in dem Header oder aber figurativ geordnet (wie die meisten Frau Tulpe Stoffe). Es gibt auch Motivtapeten, auf der die Motive ganz locker angeordnet sind und nicht zuletzt gibt es Muster, die sich an natürlichen Strukturen anlehen, zum Beispiel an Steinwänden, Mauerwerk, Putz, Parkettierungen …

Der Dipl. Farbdesigner Wolfgang Raith, von dem hier noch öfter die Rede sein wird, hat die verschiedenen Tapetenmuster so strukturiert:

Abstakt (formalistisch): geordnet, dynamisch, frei-ungeordnet
Motiv (figurativ): geordnet, dynamisch, frei-ungeordnet
Struktur (natürlich): geordnet, dynamisch, frei-ungeordnet

Das Muster der Tapete entscheidet also über den Charakter und die Ausdrucksweise der Tapete: „Stark geometrisch geordnete Ornamente wirken beispielsweise stabilisierend.
Bewegte Motive sind auffordernd und lebhaft im Raum.
Ungeordnete, zufällig gestreute Strukturen hingegen schaffen eine natürliche Atmosphäre.“ (W. Raith: Das 1×1 der Tapete, A.S. Creation Tapetenstiftung)

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